Gravertbuch: Die Bauernhöfe zwischen Elbe, Stör & Krückau

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Der 1. Vorsitzende Hans-Peter Ahsbahs und Schriftführerin Gertrud Gravert vom Gravertbuch e.V. (Foto: Thorsten Pahlke)

Horst / Grevenkoop (tp) – 1911 machte sich Johannes Gravert aus Krempdorf auf den Weg und sammelte Daten von Bauernhöfen der Kremper- und Kollmarmarsch sowie deren Familien. Akribisch führte der die Stammbäume der Familien und deren Ländereien auf. 12 Jahre bereiste Gravert die Höfe und sammelte Daten, um diese dann in einem Buch zu veröffentlichen. Leider gelang es dem Urheber des Buches nicht, dieses fertigzustellen. „Der Tod nahm ihm die Feder aus der Hand“, heißt es in einer Passage.

Der Ur-Gravert erscheint

Zum Glück hatte Johannes Gravert Weggefährten, die seine Idee weiterführten. Pastor Emil Holst aus Barmstedt, Theodor Ahsbahs aus Hamburg sowie der Pastor Peters aus Krempe haben sein Werk vollendet und 1929 mit Hilfe der Krempermarsch Sparkasse und dem Landwirtschaftlichen Verein das Buch mit dem Titel Johannes Gravert – Die Bauernhöfe der Kremper- und Kollmarmarsch herausgegeben.
Dieses Buch beinhaltet die Geschichte und Daten von 1270 Bauernfamilien in dem Gebiet zwischen Stör, Elbe, Krückau
und den anliegenden Geestdörfern. Es umfasst 24 Landgemeinden auf einer Fläche von 30.000 Hektar.

Doch warum sammelt man die Daten und veröffentlicht sie in einem Buch? Diese Frage stellte Moin Holstein den 1. Vorsitzenden des Gravertbuch e.V. Hans Peter Ahsbahs.
„Damals gab es nicht viele Informationen über die Höfe und die Bauernfamilien, die sehr zahlreich in der Marsch vertreten waren. Zudem stand oft nicht fest, in welchem Verwandtschaftsgrad man mit anderen Hoffamilien stand.“, so der 1. Vorsitzende. Der Ur-Gravert, wie das erste Buch genannt wird, diente folglich der Vermeidung von Inzest.
„Platt gesagt: wenn ein Mann eine Frau kennenlernte dann wurde am nächsten Morgen nachgeblättert ob das überhaupt geht. Wenn es ging dann lohnte ein zweiter Blick ins Buch. Da stand auch wie viel Hektar der Hof hatte.“, lachte Ahsbahs.

Die Weiterentwicklung

Der Ur-Gravert war sehr erfolgreich. In einer Zeitschrift war zu lesen: (…) keine andere deutsche Landschaft vermag ein solches Stammbuch seiner Einwohner und ihres Besitzes aufzuweise (…). 1946 wurde von Pastor Holst die erste Versammlung einberufen. Ehrenamtliche Helfer brachten im Oktober 1953 ein neues, inhaltsreiches Buch heraus. Inzwischen wuchs eine weitere Generation heran und tatkräftige Mitarbeiter unter der Leitung von Dr. Hellmut Augustin brachten 1976 den neuen Ergänzungsband heraus.
Seit 1995 ist Hans-Peter Ahsbahs Vorsitzender des Gravert-Buch Vereins. Mit dem Vorstand Karl-August Linnepe, Kerstin Stäcker und Gertrud Gravert sowie vielen ehrenamtlichen Helfern konnte im Jahre 1999 sehr erfolgreich der neue Gravert-Ergänzungsband herausgegeben werden. Dies war für den Vorstand ein Ansporn nach drei Jahren mit der Planung für einen neuen Bildband zu beginnen. Der letzte wurde im Jahr 2016 veröffentlicht. Seitdem stellt der Verein die Bücher auf Veranstaltungen vor und vermarktet diese.

Verjüngung des Vorstands

Der Vorstand des Gravertbuch e.V. wird nicht jünger. Aus diesem Grunde ist der Verein, der 55 Mitglieder zählt, bemüht, junges Blut für die Arbeiten zu gewinnen. Derzeit ist das Vereinsleben eher etwas ruhiger. Allerdings kann sich dies schnell ändern. Bis zum Jahr 2029 ist es zwar noch etwas hin aber wenn ein Band zum 100. Geburtstag des Gravertbuches erscheinen soll, dann wird sich die Arbeit wieder anhäufen. Dann sind wieder viele Helfer gefragt, um die unzähligen Daten zu sammeln, zu aktualisieren und im Jubiläumsband zu veröffentlichen.

Wer Interesse hat meldet sich bei Gertrud Gravert | Süderauer Riep 2 in 25361 Süderau (Tel. 04824-786) oder direkt beim Verein Gravertbuch e.V. | Hauptstr. 12 |25361 Grevenkop. Tel.: 04824 300 43 30 oder per Mail an
Inge.ahsbahs@gmx.de

Auch online unter www.krempe.net sind viele Informationen über den Verein zu finden.

Wer den Ur-Gravert oder einen Bildband bestellen möchte, der kann dies ebenfalls bei Gertrud Gravert tun. Der Ur-Gravert kostet 40 Euro, der Ergänzungsband 30 Euro und der Bildband, mit ca. 1500 fotografischen Abbildungen, kostet 40 Euro. Alle drei Bücher zusammen gibt es zum Sonderpreis von 100 Euro (zzgl. 8 Euro Porto). Oder Sie kaufen sich die Bücher bei der Sparkasse Westholstein (Filiale Glückstadt und Horst). Wer den Verein mit einer Spende unterstützen möchte der kann diese an folgende Bankverbindung überweisen:

Gravertbuch e.V.
Sparkasse Westholstein
IBAN: DE71 2225 0020 0020 0104 87