Die Fidget-Spinner sind da

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Foto: Thorsten Pahlke

Fidget Spinner? Bestimmt haben Sie diesen komischen Namen schon irgendwo gehört. Denn momentan brennt das Fidget Spinner Fieber in vielen von uns. Gefühlt hat jeder Jugendliche drei Stück von diesen Kreiseln und auch so mancher Erwachsener kann sich dem Sog des Trends nicht entziehen. Doch was für die einen der pure Spaß ist, ist für die anderen pure „Spinnerei“. Moin Holstein ging dem Thema auf den Grund und besuchte Klassenlehrer Jan Fister (s. Foto) und seine Klasse 6a der JSS in Horst. Denn in Schulen polarisiert das Spielzeug besonders stark, oder?

„Und sie dreht sich doch“ soll einst Galileo Galilei gesagt haben. Der italienische Naturforscher und Astronom meinte damit unsere Erde und auf dieser dreht sich momentan alles um die „Fidget Spinner“ oder zu Deutsch: Handkreisel. Das Wort Fidget kommt aus dem Englischen und bedeutet umgangssprachlich „Zappelphilipp“. Spinner ist ebenfalls ein englisches Wort welches drehen (to spin) bedeutet. Ursprünglich wurde der Kreisel Mitte der 1990er Jahre für Menschen mit ADHS oder Autismus entwickelt. Der Kreisel, der meist zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten und dann mit Schwung zum Drehen gebracht wird, soll bei besagten Gruppen in Stressphasen beruhigend wirken. Wissenschaftlich fundierte Aussagen zu diesem Thema gibt es allerdings keine.

Lehrer Jan Fister mit seiner Klasse 6a. Über 90% der Kinder haben einen der momentan sehr gefragten Fidget Spinner  | Foto: Thorsten Pahlke
Lehrer Jan Fister mit seiner Klasse 6a. Über 90% der Kinder haben einen der momentan sehr gefragten Fidget Spinner | Foto: Thorsten Pahlke

Supercool, sagen die einen – Megaquatsch, die anderen. Eins ist somit sicher: Der Fidget-Spinner polarisiert. Moin Holstein besuchte die Klasse 6a der Jacob-Struve-Schule in Horst. Wir wollten wissen wie hier die Meinung über den derzeitigen Hype ist. In der Klasse 6a hatten über 90% einen Spinner (21 von 23 Schülern). Manche Schüler besitzen sogar mehrere Spinner. Einige wenige haben sogar sieben Stück oder mehr. Doch was fasziniert die jungen Menschen an diesen Teilen? Viele finden den „Spinner“ einfach nur cool. Die bunten Farben, die LED-Leuchten, alles Faktoren, die derzeit total in sind. Einen Spinner zu besitzen zeigt, dass man dazugehört.
Doch der Horster Lehrer Jan Fister ging mit seinen Schützlingen tiefer ins Detail. Er stellte unterschiedliche Aufgaben zusammen und ließ diese von Schülern lösen, die währenddessen aktiv einen Handkreisel benutzten und Schülern, die keinen Spinner dabei benutzten. Das Ergebnis fiel nahezu gleich aus und unterstützt die gerne und viel verbreitete These der Kids, dass man sich mit den Spinnern viel besser konzentrieren kann, nicht. Somit bleibt es bei der Regel, dass keine Spinner während des Unterrichts gedreht werden dürfen.
Klassenlehrer Fister ist generell gegen den aktuellen Hype und sieht keinen Vorteil im Lernverhalten der Kinder.
„Wenn die Schüler die teile auf den Tischen drehen oder permanent mit den Händen in Schwung setzten, dann nervt das sehr und führt alles andere als zu einer besseren Konzentration“, so der Horster Lehrer.

So müssen sich die Kids in den Pausen die neusten Moves und Tricks zeigen und die anderen müssen darauf warten, bis der Hype vorbei ist. So war es schon bei den Jo-Jos, den Zauberwürfeln, den Loom-Bändern und so wird es noch bei vielen weitern Hypes sein…