Zwei Schwerverletzte und mehrere Leichtverletzte

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Umfangreiche Erste-Hilfe-Übung in der Jacob-Struve-Schule

(Horst) – Mehrere Schüler geraten an der Balustrade im ersten Stock in der Schule in einen Streit, der gewalttätig eskaliert. Dabei fallen zwei Schüler über die Brüstung auf den darunterliegenden Steinboden der Aula. Die Verursacherin will über das Treppenhaus am Haupteingang fliehen, stürzt aber im Bereich der Treppen. Drei ältere Schülerinnen streiten sich intensiv lautstark weiter, es kommt auch bei ihnen zu Verletzungen. Durch die Hilfeschreie und den Anblick der blutenden Verletzten ist ein Schüler, der die Vorgänge als erster wahrnimmt, sichtlich geschockt.
Dieses Szenario entwarf Lehrer Klaus Rahlf, der in der Schule den Wahlpflichtkurs „Vorbeugender und abwehrender Brandschutz“ leitet. Zusammen mit Nicole Kautz, die beim Deutschen Roten Kreuz im Kreisverband Steinburg in der Servicestelle Ehrenamt für den Sanitätsdienst – auch in den Schulen- zuständig ist, wurden die benötigten Darsteller und Hilfskräfte zusammengezogen. Sie konnte es erreichen, dass sieben Schüler und Schülerinnen des Sophie-Scholl-Gymnasiums (SSG) in Itzehoe die Verletzten darstellten und requirierte ehrenamtliches Sanitätspersonal einschließlich eines Mannschaftstransportwagens, zwei Rettungswagen und ein Ersteinsatz-Motorrad des DRK´s, die dann unter der Leitung von Tobias Moritz eingesetzt wurden. Als Mitglied der Feuerwehr Horst konnte Klaus Rahlf fünf Angehörige der First Responder Gruppe der Wehr (Rettungshelfer, die alarmiert werden, wenn der zuständige Rettungswagen nicht in der gesetzlichen Hilfsfrist den Einsatzort erreichen kann) gewinnen, die ihre Zeit und Kenntnisse in die Übung mit einbrachten.
01 Ersterkundung

001 Verletztendarsteller SSG

Lediglich die Schulleitung wurde eingeweiht, sodass es für die Lehrer, Schulsanitäter und Helfern des Brandschutzkurses mit ihrer Ersten Hilfe Ausbildung eine echte Herausforderung war, die beeindruckend geschminkten Verletzten zu versorgen. Blutlachen auf dem Boden, schreiende Verletzte und das an mehreren Stellen, ließ etwas Schlimmes vermuten. Nach der ersten Erkundung lief dann die kompetente Versorgung an: Lautsprecherdurchsage zur Anforderung des gesamten Schulsanitätsdienstes und Einsatz freier Lehrkräfte in der Aula, Lehrer begutachteten die Verletzungen, der Notruf wurde abgesetzt, Verbandmaterial besorgt, Einweghandschuhe angezogen, Einweiser für die Rettungskräfte an der Straße postiert, neugierige Schüler wieder in die Klassen verwiesen, Tragen und Decken organisiert. Kurzum: Die Ersthelfer zeigten, was sie gelernt hatten.

06 Verletztenbetreuung

07 Abtransport

Ein Teil der Ersthelfer

First Responder FF Horst

Zwischenzeitlich wurde per Durchsage die gesamte Schüler- und Lehrerschaft darüber informiert, dass es sich um eine Übung handelte. Der normale Unterricht war natürlich gestört, zumal die externen Hilfskräfte mit Blaulicht und Signalhorn lautstark die Jacob-Struve-Schule erreichten. Während der Schulbetrieb weiterlief, versorgten die Schulhelfer mit Hilfe der Feuerwehr- und DRK-Sanitätern professionell die Betroffenen, die nach Schwere ihrer Verletzungen gestaffelt, mit den Tragen für den Weitertransport in die Rettungswagen gebracht wurden. Nach ca. fünfzig Minuten ging eine Übung zu Ende, die allen Beteiligten beeindruckend gezeigt hatte, wie wichtig die Vorbereitung auf größere Ernstfälle ist. In der anschließenden Abschlussbesprechung kamen die Verletztendarsteller, Feuerwehr- und DRK-Beteiligte zu Wort, die bis auf kleinere Fehler, der Helfermannschaft der Jacob-Struve-Schule eine kompetente Handlungsweise bestätigten.
Am Ende konnten alle Helfer in der Mensa der Schule ein vorbereitetes, schmackhaftes Essen zu sich nehmen, bevor alle mit dem Dank der Schulvertreter wieder nach Hause entlassen wurden.

Klaus Rahlf
Lehrer Jacob-Struve-Schule, Sicherheitsbeauftragter und Kursleiter „Brandschutz“