Feuerwehren kämpfen gegen Ostseehochwasser

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Symbolfoto

Kiel (ots) – Die Sturmflut mit Pegelständen bis zu 1,80 über NN an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste forderte in der vergangenen Nacht auch zahlreiche Feuerwehren zwischen Flensburg und Lübeck. Ungezählte ehrenamtliche Helfer von Freiwilligen Feuerwehren aber auch Berufsfeuerwehren kämpften gegen die Fluten und sicherten durch ihren Einsatz Infrastruktur und Privateigentum. Bei anbrechendem
Tageslicht werden erneut Feuerwehren tätig, um eventuell aufgetretene Schäden zu beseitigen.

„Das flächendeckende Hilfeleistungssystem der Freiwilligen Feuerwehren hat sich erneut bewährt und seine Alternativlosigkeit unter Beweis gestellt“, sagte der stellv. Landesverbandsvorsitzende Dr. Ralf Kirchhof. Er dankte den ehren- und hauptamtlichen
Einsatzkräften, aber ganz speziell auch den Arbeitgebern der Feuerwehrkameraden, die ihre Mitarbeiter in dieser besonderen Nacht und auch an diesem Folgetag freistellen.

Schwerpunkte des Einsatzgeschehens spielten sich rund um die Lübecker Bucht ab. Im Kreis Ostholstein waren bzw. sind 15 Freiwillige Feuerwehren im Einsatz. Besonders traf es Heiligenhafen. Rund 100 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren waren hier von
gestern 18 Uhr bis heute Morgen 8:30 Uhr tätig. Auf dem Festland war zudem die FF Neustadt mit zahlreichen Kräften im Einsatz. Auf Fehmarnwaren, bzw. sind noch alle Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Überwiegend sicherten sie Gebäude und pumpten Keller und Straßen leer. Derzeit kämpfen sie gegen die Fluten in der Ferienhaussiedlung
Westerbergen. Hier drohen die Fluttüren dem Wasserdruck nicht mehr standzuhalten. Die Siedlung liegt zweit Meter unter NN. Der Feuerwehreinsatz dort läuft derzeit auf Hochtouren.

In Lübeck waren neben der Berufsfeuerwehr auch 16 der dort vorhandenen 22 Freiwilligen Feuerwehren im Hochwassereinsatz. Neben den wasserbedingten Einsätzen mussten Wachen der Berufsfeuerwehr und die verbliebenen Freiwilligen Wehren den „normalen“ Brandschutz in Lübeck sicherstellen. Am heutigen Vormittag wird die Feuerwehr
aufgetretene Schäden sichten und ggbf. sichern oder beseitigen..

„Der Kelch ist an uns nochmal vorbeigegangen“, kommentierte ein Disponent der Leitstelle Mitte in Kiel. In der Landeshauptstadt wurde lediglich ein Feuerwehreinsatz gezählt. Dagegen musste die Freiwillige Feuerwehr Eckernförde mehrere überflutete Straßen im
Hafengebiet sichern bzw. abpumpen. Im Kreis Plön waren die Freiwilligen Feuerwehren Laboe und Heikendorf im mehrstündigen Pump- und Sicherungseinsatz, u.a. an einem gesunkenen ca. sieben Meter langen Boot in Heikendorf. Hier wurden u.a. Ölsperren eingesetzt, um einen Umweltschaden zu verhindern.

Die Leitstelle Nord in Harrisle meldete für die Stadt Flensburg lediglich zwei Feuer-wehreinsätze. Die Berufsfeuerwehr Flensburg sichtete eine geringfügige Überflutung im Hotel „Alte Post“ – konnte den Einsatz aber an eine Privatfirma abgeben, da keine Gefahr
bestand. Dagegen mussten Pumpen im Hotel „Hafen Flensburg“ in der Schiffbrücke eingesetzt werden. Hier stand ein Fahrstuhlschacht unter Wasser.