Leserbrief : Bahn-Chaos an der Westküste

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Symbolbild

Bahn-Chaos an der Westküste:
Bahnausfälle, Verspätungen und überfüllte Züge zu überteuerten Preisen

Der „echte Norden“ kann es einfach nicht. Die Westküste in Schleswig-Holstein wird schon seit Jahren von den ostküstenorientierten Landesregierungen infrastrukturell abgehängt. Stark sanierungsbedürftige Schienenwege und kaputte Kupplungen sind nur die Spitze des Eisberges.

Die Steinburger Politiker Birgit Herdejürgen (SPD) und Bernd Voß (Grüne) blockierten vor kurzem mit ihrem gegen die für Steuereinnahmen und Kaufkraft in der Region sorgenden Berufspendler gerichteten Abstimmungsverhalten im Kieler Landtag den überfälligen Beitritt ihres Kreises zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Eine besser vertaktete und kostengünstigere Anbindung an die Metropole Hamburg bleibt in weiter Ferne. Der „Kreis Steinzeit“ lässt grüßen.

Am Bahnhof Itzehoe standen erst unlängst und trotz masssiver Kundenbeschwerden schon wieder über drei Wochen lang alle Fahrstühle still. Barrierefreiheit? Fehlanzeige! Und jetzt sind dort bereits seit einer Woche abermals alle elektronischen Anzeigetafeln außer Betrieb.

Verspätungen und Zugausfälle häufen sich aufgrund von Stellwerk-, Bahnübergangs- oder Weichenstörungen, „Störungen im Betriebsablauf“, „Personen im Gleis“, Personalausfällen, Totalausfällen der neuen Lokomotiven und aktuell aller 90 NOB-Wagen. Völlig überfüllte – da viel zu kleine – Ersatzzüge im NOB-Notbetrieb. Das ganze Desaster einhergehend mit einem zumeist stümperhaften Störungs- und Informationsmanagement sowie einem völlig indiskutablen „Schienenersatzverkehr“.

Ich habe meine Konsequenz daraus gezogen und nach vier Jahren mein selbst als „Job-Ticket“ deutlich überteuertes Bahn-Abonnement gekündigt.

Guido Schümann, Itzehoe

 

Die Redaktion weist darauf hin, dass der Inhalt der Leserbriefe die Ansicht der Einsender wiedergibt, die mit der Meinung der Redaktion oder des Verlages nicht unbedingt übereinstimmt.