Historischer Fund in Horst

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Dirk Kügler und Michael Tesch (vorne) vermessen das Fundstück

(tp) – Historisch ist der Fund allemal, ob er sich als kleine Sensation entwickelt wird sich zeigen. Heute, am 19. August, wurde bei den Erdbauarbeiten auf der Baustelle Am Markt 9 (ehemals alter Kirchspielkrug) ein alter Brunnen freigelegt. Die Horster Michael Tesch und Dirk Kügler, beide ehrenamtliche Sondengänger, entdeckten den Brunnen während der Arbeiten und benachrichtigten das Archäologische Landesamt in Schleswig (Außenstelle Neumünster). Nach Gesprächen mit der Bauleitung haben die beiden Ehrenämtler nun Zeit, den Fund genauer zu betrachten.

Zunächst – und für den Laien nicht sonderlich bemerkenswert – trat nach Grabungen eine Ausschachtung aus alten Eichenbrettern zutage. Vom ursprünglichen quadratisch in die Tiefe angelegten Brunnen sind nur noch zwei Seiten vorhanden (s. Foto)

Zwei der ursprünglichen vier Seiten wurden freigelegt. Die beiden anderen Seiten wurden zerstört.
Zwei der ursprünglich vier Seiten wurden freigelegt. Die beiden anderen Seiten wurden zerstört.

In einer Tiefe von ca. zwei Metern wurden alte Tonscherben und Knochen (wahrscheinlich Tierknochen) gefunden. Die große Überraschung kam nach gut fünf Metern. Zunächst vermutete man einen dicken und langen Baumstamm als die Baggerschaufel auf Widerstand stieß. Doch beim näheren Betrachten war schnell klar: Ein Baumstamm war das nicht.

Die Fotos zeigen es deutlich: Der gut 4 Meter lange Eichenbalken hat eine Bohrung im Innern. Zudem wurde an dem einem Ende ein Querloch entdeckt. Somit kam schnell die Vermutung auf, dass es sich vielleicht um den Horster Dorfbrunnen handeln kännte. Dies wurde auf Nachfrage nicht bestätigt. Zu frisch sei der Fund. Weitere Untersuchungen werden weitere Fakten ans Tageslicht bringen.

Der Stiel der Schaufel verschwindet im Inneren des Stammes
Der Stiel der Schaufel verschwindet im Inneren des Stammes
Dorfbrunnen oder nicht? Untersuchungen werden es zeigen.
Dorfbrunnen oder nicht? Untersuchungen werden es zeigen.

Sicher ist jedoch, dass Horst um einen historischen Fund reicher geworden ist. Interessant ist es auch, dass gerade an dem Ort, wo eines der ältesten Horster Gebäude stand, nun eine historische Erinnerung „ausgespuckt“ wird. Schön wäre es, diesen Fund der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dirk Kügler (re.) betrachtet den Fundort. In über 5 Meter Tiefe lag der Stamm
Dirk Kügler (re.) betrachtet den Fundort. In über 5 Meter Tiefe lag der Stamm

Fotos: Thorsten Pahlke