Kita-Eingewöhnung: Trennung in kleinen Schritten

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Eine behutsame Eingewöhnung bewahrt Kind und Eltern vor Stress. Foto: Johanniter/Frank Schemmann.

Johanniter geben Tipps: So klappt die Eingewöhnung in der Kindertagesstätte

„Mama, geh nicht weg“, schluchzt Leonie und klammert sich an ihre Mutter. Ein tränenreicher Abschied ist gerade zu Beginn der Kita-Zeit keine Seltenheit. Die Johanniter erklären, wie sich der Abschiedsschmerz effektiv eindämmen lässt.

Ob Krippe, Kindergarten oder Tagesmutter: Wenn alles fremd ist – der Ort, das Spielzeug, andere Kinder, Erwachsene – ist die Nähe von Mama oder Papa besonders wichtig. Dieses Bedürfnis stellen Eingewöhnungsmodelle, wie das sogenannte Berliner- oder das Münchener-Modell, in den Mittelpunkt. Nach diesen arbeiten viele Kitas der Johanniter, vor allem im Krippenbereich. Schrittweise und sanft gestaltet sich der Abschied, bis echtes Vertrauen zur neuen Bezugsperson in der Kita aufgebaut ist.

Dabei stehen zunächst stundenweise Besuche gemeinsam mit Mama oder Papa auf dem Programm, während sich die neue Bezugsperson im Kita-Team zunächst im Hintergrund hält. Allmählich lockert sich der Kontakt – die Eltern werden zunehmend passiv und können auch für einige Zeit den Raum verlassen. „Wichtig ist, dass sie dennoch sofort verfügbar sind“, sagt Lasse Kruck, pädagogischer Fachberater der Johanniter in der Region Schleswig-Holstein Süd/Ost. „Das Kind erlebt, dass es sich darauf verlassen kann, dass Mama oder Papa wiederkommt.“

Für die Eingewöhnungsphase sollten sich Eltern in jedem Fall ausreichend Zeit nehmen.

„Wie lange sie genau dauert, ist von Kind zu Kind unterschiedlich und hängt auch davon ab, ob es zuvor schon außer Haus betreut worden ist“, weiß der Pädagoge. Doch auch für die Eltern ist derÜbergang zur Betreuung ihrer Kinder außer Haus nicht immer einfach. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern und Kita-Personal eng zusammenarbeiten. „Ein intensiver Austausch mit dem Kita-Team vermittelt den Eltern ein sicheres Gefühl. Und das überträgt sich auf das Kind. Sind die Eltern gelassen und zuversichtlich, entspannt das auch die Kleinen“, erklärt Kruck.

Diese Tipps können Eltern und Kind bei der Eingewöhnung helfen:

  • Planen Sie ausreichend Zeit ein, um Ihr Kind in den ersten Wochen zu begleiten. Seien Sie vor allem in der Zeit der Eingewöhnungsphase immer telefonisch erreichbar.
  • Bleiben Sie gelassen. Je mehr Vertrauen Sie in die Betreuung durch die Kindertagesstätte ausstrahlen, desto sicherer wird sich auch Ihr Kind fühlen.
  • Nutzen Sie Gelegenheiten wie Anmeldung, Sommerfest oder Tage der offenen Tür, um schon vor dem Start gemeinsam mit Ihrem Kind die Einrichtung zu besuchen. So ist am ersten Tag nicht alles vollkommen unbekannt.
  • Beziehen Sie die neuen Lieder und Spiele in Ihren Alltag mit ein. Altersgerechte Bücher zum Thema Kindergarten veranschaulichen Kindern den Tagesablauf.
  • Verabschieden Sie sich deutlich, wenn Sie gehen, anstatt sich leise davonzustehlen. Feste Abschiedsrituale geben ein Gefühl von Sicherheit und Normalität.

Mit mehr als 360 Einrichtungen gehören die Johanniter zu den großen bundesweit tätigen Trägern für Kindertageseinrichtungen. Rund 26.000 Kinder besuchen eine Kita der christlichen Hilfsorganisation. Für weitere Fragen steht Lasse Kruck gerne zur Verfügung unter 040 35707696.