Glückstädter Straße enthüllt

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Die Bürgermeisterin der Stadt Glückstadt, Manja Biel (mitte), enthüllt das neue Straßenschild (rechts, Kommandeur Seebataillon, Fregattenkapitän Arne-Björn Krüger) (Quelle: Bundeswehr, 21.07.16)

Seebataillon hat viel Glück mit Glückstadt – eine Patenschaft auf Gegenseitigkeit

Glückstadt – Ein blaues Tuch verdeckt das Schild der Hauptstraße in der Preußer-Kaserne. Stille. Ein kurzer Ruck durch die Bürgermeisterin der Stadt Glückstadt, Frau Manja Biel, und die Verhüllung fällt. Zum Vorschein kommt der Straßenname „Glückstädter Straße“. Die Delegation der Stadt Glückstadt klatscht, die Bürgermeisterin lächelt.

Im Rahmen der Feierlichkeiten der neu eröffneten „Offizierheimgesellschaft Preußer-Kaserne“, wurde am 21.Juli die namenlose Hauptstraße der Kaserne zu Ehren und in alter Verbundenheit zur Patenstadt des Seebataillons in „Glückstädter Straße“ benannt. Diese ehrenvolle Aufgabe hat sich Bürgermeisterin Biel nicht nehmen lassen und vollzog persönlich die Enthüllung dieses Namenschildes. „Es erfüllt mich mit großer Freude und Stolz, dass meine Stadt im Herzen der Marineinfanteristen weiterlebt“, sagte Bürgermeisterin Biel und spielte auf die langjährige Stationierung der damaligen Marinesicherungseinheiten in „ihrer Stadt“ an.

Seit mehr als 19 Jahren bestand zwischen den Marinesicherungskräften mit Stationierung in der Marinekaserne in Glückstadt und der Stadt Glückstadt eine Patenschaft. In der fast zwei Jahrzehnten andauernden Verbindung konnten Soldaten der Bundeswehr, hier der Marine, und Bürger der Stadt Glückstadt und interessierten Menschen der Umgebung einander begegnen und so dem Prinzip „Staatsbürger in Uniform“ ein Gesicht geben.

Im März 2005 erlosch die Patenschaft mit der Außerdienststellung des Marinesicherungsbataillon 1 und dem Umzug nach Eckernförde. Die in den vielen Jahren gewachsene Verbindung zwischen den Glückstädtern und ihren Soldaten wurde geprägt durch das positive Bild der Marinesoldaten, die integraler Bestandteil des Lebens in der Stadt waren.

Am 01.April 2005 wurden die Marineschutzkräfte in Eckernförde in Dienst gestellt. Auch während dieser Zeit wurde die Verbundenheit der Stadt Glückstadt und den damaligen „Marinesicherern (Anm. heute: Marineinfanteristen)“ durch vielfältige Veranstaltungen wie z.B. die jährlich stattfindenden Wohltätigkeitskonzerte (zusammen mit dem Marinemusikkorps), das Besenwerfen und der Matjesbiss – nur um ein paar Beispiele aufzuzählen – aufrechterhalten. Am 18. Juni 2009 wurde die Patenschaft mit den Marineschutzkräften erneuert. Auch nach Außerdienststellung der Marineschutzkräfte am 31.März 2014 und gleichzeitiger Indienststellung des neuen Seebataillons am Folgetag hat diese Patenschaft weiterhin Bestand.

„Die Patenschaft mit der Stadt Glückstadt lebt“, begann Fregattenkapitän Arne-Björn Krüger, Kommandeur des Seebataillons, seine Ansprache, „sei es bei den Matjestagen mit Spendenscheckübergabe für wohltätige Zwecke in Glückstadt oder beim jährlichen Sommergrillen in Eckernförde. Diese Verbindung auf Gegenseitigkeit ist beispielhaft“.

Auch in diesem Jahr wurde im Juni anlässlich der Feierlichkeiten der Glückstädter Matjestage 2016 ein Spendenscheck in Höhe von 1.460 € zugunsten des „Fördervereins Fortuna-Bad, Glückstadt e.V.“ übergeben.

Mit dem Hinweis auf die kommende 400-Jahr-Feier der Stadt Glückstadt im Juli 2017 blickte Fregattenkapitän Krüger auch noch in die nähere Zukunft der beispielhaften Patenschaft zwischen der Stadt Glückstadt und dem Seebataillon. „Das Bataillon ist bereits zur 400-Jahr-Feier in Glückstadt eingeladen und hat sein Kommen zugesagt“, informierte Krüger und beendete seine Rede mit dem Versprechen, dass sich das Seebataillon dort genauso und in gewohnt überzeugender Manier präsentieren wird wie beim späteren „Tag der Marine“ im August 2017, anlässlich einer Ausstellung über die „Marineinfanterie“ im Glückstädter Museum.

Die Marineinfanterie vergisst aber auch seine anderen Standorte nicht.

Durch die Benennung weiterer Straßen in der Preußer-Kaserne mit „Großenbroder Weg“ und „Rostocker Allee“ wird zusätzlich an traditionsreiche Standorte der Marinesicherung erinnert.

(Text: Knut Hansen, Kapitänleutnant)